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„Neues Arbeiten“ ist ganz allein, was du darunter verstehst!

Der Drang, jedes Thema mit Kategorien zu versehen und mit einer Menge neuen Vokabeln zu garnieren, liegt wohl in der Natur des Menschen. Somit ist auch der allgemeine Umbruch in der Arbeitswelt davon nicht befreit. Wenige Dinge eignen sich so großartig für eine Runde Buzzword-Bingo, wie die Themenwolke des „New Work“. Es wird fleissig mit Begriffen herum jongliert, die eigentlich keiner braucht.

Das Problem dabei: Man bekommt das Gefühl, dass all diese Begriffe wichtig sind, wenn man sein Unternehmen fit für die Zukunft machen möchte. Aber dem ist nicht so. Jeder Selbstständige, jeder Unternehmer, sogar jeder Angestellte muss für sich selbst ausloten, was sinnvoll erscheint und wo sich nur heiße Luft bildet. Zudem ist jedes Unternehmen ein Fall für sich, mit ganz eigenen Bedürfnissen und Herausforderungen. Eine „One Size fits all“ Lösung ist in jedem Fall völliger Mumpitz.

Besonders deutlich wird einem dies, wenn man über den Tellerrand schaut und sieht, welche Themen um das „Neue Arbeiten“ in anderen Ländern relevant sind. Von Holokratie ist man in ostasiatischen Ländern weiter entfernt als die Erde von der Sonne. Trotzdem ist Employee Engagement und Community Building ein heißes Thema. In den USA sieht es wieder völlig anders aus. Hier begegnen einem in Verbindung mit „New Work“ vor allem die Themen Automatisierung und Digitalisierung, die viele Noch-Angestellte in den nächsten Jahren in die Selbstständigkeit zwingt, während sie oft für die selbe Firma weiterarbeiten, nur eben leichter kündbar und schlechter bezahlt.

In Europa, besonders in Deutschland, hat die Diskussion noch idealistischere Züge. Unternehmer möchten ihre Mitarbeiter mitbestimmen lassen und ihnen mehr Freiheiten geben. Aber warum möchten sie das eigentlich? Was hast Du eigentlich davon? Glückliche Mitarbeiter gleich mehr Umsatz? Kann sein, aber das ist selten der einzige Antrieb. Oft geht es doch um das Sparen von Büroflächen oder auch um eine höhere Erreichbarkeit.

Ich finde es wichtig, die Diskussionen um das Neue Arbeiten von den Buzzwords zu befreien, sich die Umsetzungsbeispiele von Einzelfällen anzusehen, und zu schauen, was im eigenen Unternehmen sinnvoll ist, und auch wo die Beweggründe für die Implementierung liegen. Denn am Ende ist „Neues Arbeiten“ ist ganz allein, was du darunter verstehst und was für dich und dein Unternehmen sinnvoll ist.

Photo: José Alejandro Cuffia

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